Google Business Profile Hijacking: Gefahr für wettbewerbsintensive Branchen
In vielen wettbewerbsintensiven Branchen übernehmen Cyberkriminelle derzeit die Google Business Profile von Unternehmen. Da es sich hierbei um eine der vertrauenswürdigsten Datenquellen im Web handelt, werden diese zum bevorzugten Ziel der organisierten Betrüger. Folgen kann dies sowohl für den Traffic als auch für die Wahrnehmung einer Marke haben.
Google Business Profile in stark umkämpften Branchen als neue Angriffsziele
In vielen digitalen Branchen verzichten Unternehmen auf Google Business Profile, da diese zum Beispiel nicht für Publikumsverkehr erreichbar sind.
Genau diese Unternehmen werden derzeit häufig Opfer von Cyberkriminellen, welche die Google Business Profile kapern und dort falsche Daten hinterlegen.
Die Folge ist, dass Nutzer bei der Suche nach einer Marke häufig das Google Business Profil angezeigt bekommen und so zum Beispiel auf eine Scam-Webseite geleitet werden können.
Darüber hinaus können Kriminelle Telefonnummern ändern oder gefälschte Terminbuchungslinks verwenden, um die Daten der Nutzer zu stehlen.
Besonders betroffen sind unseren Erfahrungen zufolge derzeit Branchen mit einer hohen Lead-Qualität, wie etwa Glücksspielanbieter, Steuerberater, Anwälte und Finanzdienstleister.

Warum sind gerade diese Branchen betroffen?
Der Fokus auf die genannten Branchen ist kein Zufall, da in diesen wettbewerbsintensiven Bereichen ein einzelner Lead mehrere hundert oder mehrere tausend Euro wert sein kann.
Im Glücksspiel-Bereich leiten die Kriminellen die Nutzer zum Beispiel auf illegale Online Casinos, in denen ohne Regulierung und Spielerschutz hohe Summen verloren gehen können.
Teilweise wird das Hijacking der Google Business Profile direkt von diesen Anbietern durchgeführt, während in anderen Fällen Affiliate-Links genutzt werden. Hierdurch erhalten die Kriminellen eine Provision, wenn Nutzer auf ein meist illegales Angebot geführt werden.
Durch die Übernahme der Profile profitieren die Kriminellen vom Vertrauen der Marken und Kunden, die aktiv nach diesen suchen.
Auswirkungen auf SEO und Rankings
Viele SEO-Experten unterschätzen den möglichen Schaden durch die Hijackings der Profile, dabei kann durch diese Traffic abgefangen werden.
Zudem können sich die Conversions deutlich reduzieren, weil potenzielle Kunden auf einer Scam-Webseite und nicht auf der eigenen Webseite landen.
Mögliche Folgen für die AI Visibility
Einen Einfluss können die Veränderungen auch auf die AI Sichtbarkeit der Unternehmen haben, da die Google Business Profile zu den wichtigsten Entity-Signalen zählen.
Die KI-Systeme ziehen ihre Informationen aus möglichst vertrauenswürdigen Quellen, zu denen das Business Profile gehört.
Wird dieses manipuliert, können falsche Signale entstehen, was sich auf das Markenverständnis, die AI-Antworten und die Vertrauenssignale auswirken kann.
Kann der Knowledge Graph durch gekaperte Google Business Profile verfälscht werden?
Der Knowledge Graph basiert auf zahlreichen Quellen, zu denen die Google-Unternehmensprofile als Entitäten gehören. Sind dort fehlerhafte Informationen hinterlegt, erhöhen sich die Inkonsistenzen.
Abhängig von weiteren Vertrauenssignalen können diese Änderungen Auswirkungen auf die Darstellung einer Marke oder eines Unternehmens haben.
So könnten KI-Systeme falsche Webseiten nennen oder als Quellen aufführen, Scam-Domains empfehlen oder schädliche Informationen ausgeben.
Handlungsempfehlungen & Fazit
In der Debatte um AI Visibility und Rankings liegt der Fokus meist auf strukturierten Daten oder dem Content. Oftmals wird übersehen, dass die Qualität einer Entität bereits an der Quelle negativ beeinflusst werden kann.
Unternehmen sollten deshalb ihre Google Business Profile regelmäßig überwachen und mehrere Eigentümer aus dem Konzern hinterlegen.
Zudem empfiehlt es sich, eine Zwei-Faktor-Authentifizierung einzurichten und Änderungen automatisiert zu überwachen. Um frühzeitig neue schädliche Angriffe zu identifizieren, ist zudem ein Brand Monitoring ratsam.